Sicherheitswelt
Sicherheitstipps
Bâloise-Sicherheitsstudie „Gefahren und Risikofaktoren beim Fahrradfahren in Österreich“
Das Fahrrad ist Teil der alltäglichen, individuellen Mobilität in Österreich. Etwa sechs Prozent der Tagesdistanzen werden mit dem Rad zurückgelegt, der Österreichweite Jahresdurchschnitt beträgt 162 Kilometer pro Person. Jährlich verletzen sich allerdings mehr als 5.500 Personen in Österreich beim Fahrradfahren, wobei 9 % der Unfälle tödlich ausgehen. Deshalb stellen wir das Thema „Unfallprävention beim Fahrradfahren“ in den Fokus.
Die Basler Sicherheitsstudie zeigt, dass zahlreiche Fehleinschätzungen bzgl. Gefahrenquellen und Schutzwirkung mancher Sicherheitsvorkehrungen beim Fahrradfahren bestehen. Und dies, obwohl 15 % der befragten Personen angeben, bereits mindestens einmal einen so schweren Fahrrad-Unfall gehabt zu haben, dass in Folge ein Arzt- oder Spitalsbesuch notwendig war.
Das Verhalten zahlreicher Radfahrer im Strassenverkehr und der Hergang vieler Unfälle wirft die Frage auf, ob die Fahrradfahrer in einem ausreichenden Ausmaß und auf die größten Gefahren und Risken beim Fahrradfahren sensibilisiert sind.
Dies sind die wichtigsten Ergebnisse
Für alle befragten Länder lassen sich folgende Schlüsse ziehen:
- Fahrrad-Fahrer sind stark externen Gefahrenquellen, die sich aus der Infrastruktur ergeben, ausgesetzt. Die meisten Unfälle passieren in Städten bei Kollisionen mit Fahrzeugen, allerdings nicht wie befürchtet bei dichten Überholmanövern, sondern in dem meisten Fällen bei Quermanövern und auf Kreuzungen bei der Einmündung von getrennten Fahrradwegen. Der Bereich des „Toten Winkels“ aufgrund von infrastrukturellen Gegebenheiten wie parkenden Autos, Bäumen, Strom- und Telefonverteilkästen wird dabei oftmals unterschätzt.
- Die Geschwindigkeitsbeschränkung von 10 km/h an Straßenkreuzungen, die als Reaktion auf die Unfallhäufigkeit in Österreich erlassen wurde, ist dem Großteil der Bevölkerung nicht bekannt.
- Gemäß Angaben der Polizei stehen sowohl bei selbstverschuldeten Unfällen wie auch bei Kollisionen oftmals verhaltensorientierte Ursachen wie „Unachtsamkeit oder Ablenkung“, „Geschwindigkeit“, „Alkohol“ oder „Vorrangsverletzungen“ im Vordergrund.
- Fahrradhelme werden im Vergleich zu anderen Ländern oft getragen, allerdings vorrangig bei Ausflugsfahrten oder Fahrten zur Arbeit oder Ausbildungsstelle, bei kurzen Strecken in der Stadt zum Einkaufen oder zum Treffen mit Freunden wird aus Bequemlichkeits- oder Eitelkeitsgründen gerne darauf verzichtet. Bei diesen Strecken besteht jedoch die größte Unfallgefahr. Helme können im Fall eines Unfalles vor Kopfverletzungen schützen (betrifft nur 5-10% aller Verletzungsarten). Unfälle können durch das Tragen eines Helms jedoch nicht verhindert werden.
Unsere Sicherheitstipps:
Die individuelle Fahrweise ist die beste Prävention. Deshalb empfehlen wir:
- Achten Sie auf Ihr Verhalten im Straßenverkehr und denken Sie an Ihre Vorbildfunktion. Der Besuch eines Fahrradkurses kann Ihre Sicherheit und Ihr Selbstbewusstsein im Straßenverkehr wirkungsvoll erhöhen.
- Sind Sie besonders aufmerksam bei Kreuzungen und Quermanövern und bedenken Sie die Möglichkeit, dass Sie sich im „toten Winkel“ eines anderen Verkehrsteilnehmers befinden können.
- Tragen Sie einen Fahrradhelm auch bei kurzen Fahrten im Stadtgebiet und schützen Sie sich so vor schweren Kopfverletzungen.
Die Basler Versicherung nimmt ihr Versprechen, die Radfahrsicherheit im Strassenverkehr erhöhen zu wollen, ernst und unterstützt daher das Projekt „FahrSicherRad“ der IG-Fahrrad (Interessensgemeinschaft Fahrrad). Die IG-Fahrrad bietet Radkurse an mit dem Ziel, Radinteressierte zu ermutigen, wieder aufs Fahrrad zu steigen und sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.
Alle Details zu Kurszeiten, Veranstaltungsorten, Gebühren und Anmeldungen finden Sie unter
www.FahrSicherRad.at.
Die komplette Studie zum Nachlesen finden Sie hier: